Räume zu vermieten ist neutral – oder etwa nicht? Wenn ein Hotel in Regensburg seine Türen für Veranstaltungen der AfD öffnet, ist das keine neutrale Entscheidung, sondern ein politisches Signal. In meiner E-Mail an das betreffende Hotel habe ich aufgezeigt, warum es nicht egal ist, wem man eine Plattform bietet – weder für die eigenen Mitarbeitenden noch für die Gesellschaft insgesamt. Haltung zeigen heißt Verantwortung übernehmen, und genau darum geht es in diesem Beitrag.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich an Sie, um meine Besorgnis über die Entscheidung, Räumlichkeiten in Ihrem Hotel für Veranstaltungen der Alternative für Deutschland (AfD) zur Verfügung zu stellen, auszudrücken.
Die AfD hat sich in der Vergangenheit immer wieder durch rechtsextreme, fremdenfeindliche und rassistische Äußerungen hervorgetan. Insbesondere ihre Forderungen nach einer drastischen Begrenzung der Zuwanderung sowie die expliziten Deportationspläne für Menschen, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen oder die als „nichtdeutsch“ wahrgenommen werden, sind besorgniserregend. Diese Positionen widersprechen den Grundwerten unserer demokratischen Gesellschaft und stehen im Widerspruch zu den Prinzipien von Toleranz, Vielfalt und Inklusion.
Ich möchte insbesondere auf die Mitarbeiter in Ihrem Hotel hinweisen, die sicherlich aus unterschiedlichen kulturellen, religiösen und ethnischen Hintergründen stammen. Viele von ihnen könnten laut den Forderungen der AfD von den geplanten Deportationen betroffen sein und gezwungen werden, das Land zu verlassen. Diese Tatsache sollte im Hinblick auf die Verantwortung eines Unternehmens gegenüber seinen Mitarbeitern und der Gesellschaft nicht unbeachtet bleiben.
Die Entscheidung, einem solchen politischen Umfeld eine Plattform zu bieten, ist nicht nur eine unternehmerische, sondern auch eine gesellschaftliche Entscheidung. Gerade in einer Zeit, in der die politische Polarisierung zunimmt und rechtsextreme Tendenzen immer mehr Fuß fassen, ist es entscheidend, Haltung zu zeigen und klar zu machen, dass Rassismus, Intoleranz und Diskriminierung nicht toleriert werden.
Ich appelliere an Sie, diese Zusammenarbeit zu überdenken. Als Unternehmen, das für Gastfreundschaft und Offenheit steht, wäre es ein starkes Zeichen, wenn Sie sich gegen die AfD und deren Ideologie positionieren und keine Räumlichkeiten für deren Veranstaltungen zur Verfügung stellen würden.
Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihr Verständnis. Ich hoffe, dass Sie meine Bedenken ernst nehmen und in Ihre Überlegungen einfließen lassen.
Mit freundlichen Grüßen







